Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Navigation zu den wichtigsten Bereichen.

Hauptnavigation.


Zertifikat "audit berufundfamilie"


Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Eingliederungseffekte und weiterer Nutzen von ABM und SAM für die Geförderten unter besonderer Berücksichtigung von SAM für Ältere

Projektnummer

535

Projektherkunft

IAB-Projekt

Projektleiterin / Projektleiter

Projektmitarbeiterin / Projektmitarbeiter

  • Caliendo, Marco (Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH (IZA), Director of Research)
  • Jahn, Elke
  • Thomsen, Stephan L. (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Stiftungsjuniorprofesssur für Arbeitsökonomik)
  • Zeiss, Christopher

Projektstart

April 2001

Projektende

Dezember 2006

Kurzbeschreibung

Die BA hat im Jahre 2000 rd. 10 Mrd. DM für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) ausgegeben. Nach der Förderung der beruflichen Weiterbildung kommt diesem Teil der aktiven Arbeitsförderung die größte Bedeutung zu, ohne dass bislang vorliegende Evaluationsstudien hinreichende Klarheit über die Wirkung dieser Instrumente liefern können. Dies gilt auch für die in diesem Projekt im Vordergrund der Evaluation stehende individuelle Eingliederungszielsetzung. Bei den Rahmenzielsetzungen des SGB III (§§ 1,5-8) und auch bei den Zielvorgaben für ABM und SAM hatte die berufliche Eingliederung der Geförderten (nach der Maßnahme) vor den am 1.1.2004 in Kraft getretenen Gesetzesänderungen einen hohen Stellenwert. Gleichwohl sollten mit ABM und SAM auch früher schon zusätzliche Beschäftigung geschaffen (Entlastungsfunktion) und über die Wertschöpfung "reale" Wirkungen in der Region erzielt werden. Diese weiteren, bei einigen Personengruppen bzw. in einigen Regionen offenbar auch stark im Vordergrund stehenden Zielsetzungen werden bei der vorliegenden Untersuchung zunächst ausgeblendet, dürfen aber bei der Interpretation von Ergebnissen nicht aus den Augen verloren werden. Die Beschränkung auf die individuelle Ein- (bzw. Aus-)gliederungsperspektive bedeutet, dass die Untersuchung für sich allein keine Gesamtevaluation von ABM ermöglicht; sie wird hierfür gleichwohl eine wichtige und überfällige Vorarbeit leisten. Im Rahmen der Eingliederungsbilanzen wird nunmehr ausgewiesen, wie viele Maßnahmeteilnehmer ein halbes Jahr nach Austritt nicht mehr arbeitslos gemeldet sind. Im Rahmen des vorliegenden Projekts sollen ergänzend zu diesen "Brutto-Verbleibsquoten" durch Kontrollgruppenbildung Netto-Eingliederungseffekte ermittelt werden, mit Erfolgsindikatoren, die über Eingliederungsbilanzen hinausweisen. Dabei stehen im Vordergrund die Wiederbeschäftigungschancen, die Stabilität der (nicht-geförderten) Beschäftigungsverhältnisse in kurz- und längerfristiger Perspektive sowie die Wirkungen auf die Einkommenssituation der Teilnehmer. Das Projekt diente zugleich als "Pilotprojekt" für den Aufbau einer "Maßnahme-Teilnehmer-Grunddatei" (flächendeckende Erschließung und Aufbereitung von für Evaluationszwecke unterschiedlicher Art brauchbaren Datensätzen über Maßnahmeteilnehmer und deren (spätere) Integration in das entstehende "data-warehouse").

Projektmethode

Bei der mikroökonometrischen Evaluation von nicht-experimentellen Daten steht man vor dem Problem, einen geeigneten Vergleichsmaßstab zu finden, um den isolierten Effekt der Maßnahme zu bestimmen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Maßnahme-Teilnehmer nicht unmittelbar mit der Gruppe der Nichtteilnehmer vergleichbar sind. Dieses in der wissenschaftlichen Diskussion als Selektionsverzerrung bekannte Problem kann durch verschiedene ökonometrische und statistische Korrekturverfahren gelöst werden. Als Beispiele seien das Matching-Verfahren und die Differenz-von-Differenzen-Methode genannt. Beim Matching-Verfahren werden den Maßnahme-Teilnehmern Personen aus der Kontrollgruppe zugeordnet, die in Bezug auf die für eine Selektionsverzerrung relevanten Charakteristika (möglichst) gleiche Ausprägungen haben. Auf solche Methoden soll im vorliegenden Projekt zurückgegriffen werden. Im Hinblick auf die erkennbaren methodischen Probleme bisheriger mikroökonometrischer Studien zum Eingliederungserfolg von ABM/SAM sollen im vorliegenden Projekt unterschiedliche Zielsetzungen, Maßnahme- und Teilnehmerheterogenität so differenziert wie möglich explizit berücksichtigt werden. Dies setzt eine hinreichend große Stichprobe von Teilnehmern voraus; eine genaue Festlegung hierzu erfolgt mit Ausarbeitung des Untersuchungsdesigns.Die Stichprobenziehung hat kurz nach der erstmaligen zentralen und instrumentenübergreifenden Erschließung der Individualdatensätze von Maßnahmeteilnehmern aus dem entsprechenden BA-Fachverfahren (CoSach) begonnen. Zunächst wurde auf alle Abgänge des 1.Jahres 2000 zurückgegriffen (rd. 250 000 Förderfälle). Da SAM für Ältere erst im August 1999 eingeführt wurden und eine längere Förderdauer ermöglichen, können solche Fälle erst zu einem späteren Zeitpunkt einbezogen und auf ihren Verbleib hin analysiert werden. Im Detail analysiert wurden Förderzugänge vom Februar 2000 und Abgänge vom Herbst 2000. In der zweiten Projektphase werden Förderzugänge bis Mai 2001 einbezogen. Die Teilnehmer-Datensätze sind gut dokumentiert, enthalten aber weder Name/Adresse noch die für Abgleiche mit der Beschäftigtendatei benötigte Versicherungsnummer. Hierfür und um weitere Strukturmerkmale der Geförderten zu erhalten, wurden sie in einer Vorphase des Projektes als erstes mit der zentralen Bewerber-Angebots-Datei (BewA über Arbeitslose und nicht arbeitslose Arbeitsuchende) abgeglichen. Aus der zentralen BewA werden auch für die Kontrollgruppenbildung Stichroben gezogen, wobei das Problem einer notwendigen "Datenanreicherung" für das angestrebte Matching-Verfahren und die Gewinnung von Zielvariablen stufenweise gelöst wird (weitere Abgleiche mit der BewA, Verknüpfung mit der Beschäftigtendatei, Hinzufügen von Befragungsergebnissen). Im Frühjahr des Jahres 2002 wurde eine Befragung von Teilnehmern und Kontrollgruppe durchgeführt (insgesamt 50 000 Telefoninterviews). Ein späterer Abgleich mit der Maßnahme-Teilnehmer-Grunddatei ermöglicht es, nachfolgende Förderungen zu berücksichtigen (u.a. Identifizierung von "nicht geförderter" Beschäftigung.)

Projektziel

Ergänzend zu Brutto-Verbleibsquoten sollen durch Kontrollgruppenbildung Netto-Eingliederungseffekte ermittelt werden, die Hinweise auf die Wiederbeschäftigungschancen, die Stabilität der (nicht-geförderten) Beschäftigungsverhältnisse sowie die Wirkungen auf die Einkommen der Teilnehmer geben.

Beteiligte Institute

  • Universität Frankfurt/M.

Publikationen

Publikationen zum Projekt

Projektstatus

Abgeschlossen
 

Infobereich.

Abspann.