Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Beschäftigte im Schiffbau - Opfer des Strukturwandels?

Kurzbeschreibung

"Der Schiffbau, ein sterbender Wirtschaftszweig Europas, hat auch in der Bundesrepublik Deutschland an Bedeutung verloren. Nahezu die Hälfte der Arbeitsplätze ging in diesem Sektor zwischen 1977 und 1988 verloren. Wegen der nicht unerheblichen Vorleistungsverflechtungen und der multiplikatorinduzierten Sekundäreffekte sind jedoch die negativen Wirkungen insbesondere auf die norddeutsche Küstenregionen weitaus größer als es sich an dem Beschäftigungsrückgang in dieser Branche allein ablesen läßt.
Die Studie sollte zeigen, wie der Arbeitsmarkt eine derartige Branchenkrise 'verkraftet'. Es zeigte sich, daß die sogenannte natürliche Fluktuation nur zu einem ganz geringen Teil dazu beiträgt, das Beschäftigungsvolumen zu reduzieren. Die vergleichsweise guten Verdienstmöglichkeiten in dieser Branche erschwerten Übergänge in andere Wirtschaftszweige. Die überwiegende Konsequenz für die im Schiffbau Beschäftigten war zunächst Arbeitslosigkeit, für viele, vor allem ältere Arbeitnehmer blieb es auch die letzte Station in ihrem Erwerbsleben.
Wenn eine Branche schrumpft, wirken Selektionsmechanismen mit der Folge, daß sich die Zusammensetzung des Beschäftigungsvolumens ändert. Im Schiffbau wurden ausländische Arbeitnehmer verdrängt, die deutsche (ältere) Stammbelegschaft dagegen so weit wie möglich in den Betrieben gehalten. Jüngere Arbeitnehmer verließen die Betriebe oder mußten sie verlassen, wurden aber auch bei Neueinstellungen bevorzugt. Insgesamt verschob sich deshalb die Altersstruktur im Schiffbau mehr zu den Älteren hin als in der übrigen Wirtschaft.
Trotz ihrer schlechten Perspektive ließ die Branche in ihren Ausbildungsbemühungen nicht nach. Damit konnte einerseits den starken Jahrgängen unter den Jugendlichen geholfen werden, überhaupt eine Ausbildung zu erlangen, andererseits aber auch eine Personalreserve an jungen Facharbeitern gebildet werden. Tatsächlich wurde diese Reserve jedoch weitgehend nicht benötigt." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Autorin / Autor

  • Cramer, Ulrich

Bibliografische Daten

Cramer, Ulrich (1993): Beschäftigte im Schiffbau - Opfer des Strukturwandels? In: W. Karr (Hrsg.), Küstenregionen im Strukturwandel, (Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 169), Nürnberg, S. 70-82.
 

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