Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Zertifikat "audit berufundfamilie"


Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Staatsverschuldung und Beschäftigung

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Kurzbeschreibung

"Mit einer vorübergehenden öffentlichen Kreditaufnahme kann eine Steigerung der Staatsnachfrage finanziert werden, ohne daß gleichzeitig die Steuern erhöht oder andere Ausgaben eingespart werden müßten. Die Vertreter der keynesianischen Einkommens- und Beschäftigungstheorie sehen in diesem Sachverhalt die Möglichkeit, daß der Staat durch "deficit spending" einem konjunkturellen Rückgang der privaten Güternachfrage entgegenwirken und somit das auslastungsbedingte Produktionsvolumen und das davon abhängige Beschäftigungsniveau stabilisieren könne. Die fachwissenschaftliche Diskussion der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, daß die Politik der globalen Nachfragesteuerung auf allzu stark vereinfachten Annahmen beruht, die der Funktionsweise und Interdependenz der Märkte nicht gerecht werden. Entsprechend ernüchternd waren die Erfahrungen, die in der Bundesrepublik seit den 70er Jahren mit der Globalsteuerung gemacht worden sind. Ist die Staatsverschuldung kein kurzfristiger, sondern ein Dauerzustand, dann machen sich langfristige Bestandsgrößeneffekte bemerkbar, die die Nachfragewirksamkeit des deficit spending zusätzlich beeinträchtigen: Mit der dadurch ausgelösten Expansion der Staatsschuld wachsen die Schuldendienstverpflichtungen des Staates, die entweder Steuererhöhungen oder Ausgabeneinsparungen erzwingen. Da diese "Gegenfinanzierungen" zeitgleich mit jeder neuerlichen Kreditaufnahme erfolgen müssen, wird deren Nachfragewirkung bereits im Ansatz eingeschränkt. Hinzu kommt, daß es unter diesen Umständen unwahrscheinlich ist, daß sich die Wirtschaftssubjekte über die Belastungswirkungen der Staatsverschuldung noch hinwegtäuschen lassen. Fällt diese "Staatsschuldillusion" weg, dann kommt es zu Verhaltensreaktionen dieser Wirtschaftssubjekte, die von einer spezifischen Nachfragewirksamkeit der Staatsverschuldung eigentlich nichts mehr übrig lassen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Autorin / Autor

  • Mückl, Wolfgang J.

Bibliografische Daten

Mückl, Wolfgang J. (1999): Staatsverschuldung und Beschäftigung. In: G. Kleinhenz & G. Kühlewind (Hrsg.), Mehr Beschäftigung in Deutschland. Ordnungs- und wirtschaftspolitische Ansätze. IAB-Kontaktseminar vom 26.-30.10.1998 an der Universität Passau, (Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 224), Nürnberg, S. 85-103.
 

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