Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Zertifikat "audit berufundfamilie"


Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Wachsende Weltbevölkerung, aber schrumpfende Bevölkerung in Europa

Verfügbarkeit

Kurzbeschreibung

"Nach der mittleren Variante der 'World Population Prospects der UN, 2000 Revision', wird die Weltbevölkerung von zurzeit etwa 6,2 Mrd. Menschen bis zum Jahr 2050 auf etwa 9,3 Mrd. Menschen wachsen. Die Bevölkerung der Industrieländer hingegen wird kaum wachsen und mit etwa 1,2 Mrd. Menschen im Jahr 2050 genau so groß sein wie heute, aber stark altern. Nordafrika und Westasien mit dem absolut und relativ höchsten Bevölkerungswachstum sind unmittelbare Nachbarn Westeuropas; dazu Osteuropa. So wird der demographische Abhängigenquotient (Verhältnis der unter 15-Jährigen und der über 64-Jährigen je 1.000 15- bis 64-Jährige) in Westeuropa von 493 im Jahr 2000 auf 755 im Jahr 2050 ansteigen, während derselbe Quotient in Westasien und Nordafrika bis zum Jahr 2010 noch deutlich vom starken Kinder- und Jugendquotient bestimmt ist - Jahrgänge, die in den nächsten Jahren das Erwerbsalter erreichen. Diese ungleichgewichtigen demographischen Entwicklungen zusammen mit ökonomischen Diskrepanzen werden in den nächsten Jahrzehnten zu Zuwanderung von Arbeitsmigranten nach Westeuropa (und Deutschland) führen. Der Zuwanderungsdruck aus Osteuropa ist dagegen als eher gering zu veranschlagen. Diskutiert man über Zuwanderungen als Problemlösungsstrategie, so kommen sie zur Bewältigung der Bevölkerungsalterung nicht in Betracht, wie die Studie zur 'Bestandserhaltungsmigration' der UN eindrucksvoll gezeigt hat. Deutschland alleine müsste nämlich, um die demographische Alterung zu verhindern, einen jährlichen Saldo von etwa 3,4 Mio. Personen aufnehmen. Im Jahr 2050 hätte Deutschland dann knapp 300 Mio. Einwohner. Zur Stabilisierung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter würden - abstrahiert von ökonomischen Variablen und Trends - jährlich 450.000 Personen 'reichen'. Die Frage, wie viele Arbeitskräfte zukünftig fehlen, kann allerdings nicht rein demographisch, also losgelöst von Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum, beantwortet werden. Neben den Optionen der Zuwanderung sind die Entwicklung von Frauenerwerbstätigkeit, Renteneintrittsalter, Produktivitätsentwicklung, Verschlankung der Arbeitsnachfrage zu bedenken. Auch die Quantifizierung des Zuwanderungsdrucks hängt nicht nur von der demographischen Entwicklung in den potenziellen Herkunftsgebieten ab. Die von den VN angenommenen Wanderungssalden werden gleichwohl im Beitrag abschließend diskutiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Autorin / Autor

  • Höhn, Charlotte

Bibliografische Daten

Höhn, Charlotte (2004): Wachsende Weltbevölkerung, aber schrumpfende Bevölkerung in Europa * woher kommen die Arbeitskräfte der Zukunft? In: E. Hönekopp, R. Jungnickel & T. Straubhaar (Hrsg.), Internationalisierung der Arbeitsmärkte, (Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 282), Nünberg, S. 15-34.
 

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