Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Zertifikat "audit berufundfamilie"


Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Von der Globalisierung der Gütermärkte zu einer Globalisierung der Faktormärkte

Verfügbarkeit

Kurzbeschreibung

"Weltweit ist seit Mitte der 80er-Jahre eine zunehmende Globalisierung festzustellen, die (scheinbar) stärker über Güter- und Kapital- als über Arbeitsmärkte läuft. Für die Wirkungen auf die Arbeitsmärkte ist der Transmissionskanal der Globalisierung aber irrelevant, denn der Handel oder Direktinvestitionen können als Austausch darin implizit enthaltener Faktorbündel (einfache Arbeit, qualifizierte Arbeit) interpretiert werden. Die traditionellen HOS-Modelle der Außenwirtschaftstheorie können einige empirische Beobachtungen erklären. Dazu gehört vor allem das zunehmende qualifikatorische Lohndifferenzial in vielen Industrieländern. Ein anderes Phänomen - zunehmende Humankapitalintensität - steht nicht im Einklang mit dieser Theorie. Nicht zuletzt deshalb kann die traditionelle Außenwirtschaftstheorie die Globalisierung nur teilweise erklären. Erweiterungen zum Beispiel durch Einbeziehung von Outsourcing erhöhen aber den Erklärungsgehalt. Modelle mit unvollkommenem Wettbewerb im Rahmen von intraindustriellem Handel können ebenfalls einen Teil des Rückgangs der Nachfrage nach Einfacharbeit in Deutschland erklären. Viel stärker als der Handel haben in den letzten Jahren die Direktinvestitionen die Globalisierung angetrieben. Die deutschen Direktinvestitionen im Ausland scheinen eher eine arbeitssichernde Wirkung zu haben. In den Industrieländern läuft die Globalisierung stärker über Unternehmenskäufe als über den Aufbau neuer Produktionskapazitäten. Maßgeblich sind an dieser Entwicklung multinationale Unternehmen beteiligt. Rund ein Drittel des Welthandels vollzieht sich innerhalb multinationaler Unternehmen. Der Grund für die wachsende Integration von Güter- und Faktormärkten innerhalb von Unternehmen sind Marktunvollkommenheiten, die an Bedeutung gewinnen. Die wichtigste These lautet, dass innerhalb einer Firma steigende Skalenerträge (z. B. Head-quarter-Dienstleistungen, Markennamen) besser genutzt werden können oder der Know-how-Transfer (Forschungsergebnisse, Informationsgüter etc.) effizienter gestaltet werden kann als über Markttransaktionen. Multinationale Unternehmen sind ein wichtiges Instrument zur weitweiten Internationalisierung von Externalitäten." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Autorin / Autor

  • Lichtblau, Karl

Bibliografische Daten

Lichtblau, Karl (2004): Von der Globalisierung der Gütermärkte zu einer Globalisierung der Faktormärkte * beginnt jetzt die wahre Globalisierung? In: E. Hönekopp, R. Jungnickel & T. Straubhaar (Hrsg.), Internationalisierung der Arbeitsmärkte, (Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 282), Nünberg, S. 63-78.
 

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