Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

"Hartz-Kommission": Thesen zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Reformvorschläge

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Kurzbeschreibung

"Mit ihrer 'dynamischen', an Stromgrößen der Arbeitslosigkeit orientierten Betrachtungsweise ist die Hartz-Kommission zwar über die üblichen Beschränkungen des öffentlichen Diskurses hinausgegangen, hat aber dennoch die Gesamtheit des Arbeitsmarktgeschehens unzureichend in den Blick genommen. Wirksamere Arbeitsvermittlung wird als Kernstück einer aktivierenden, die Dauer individueller Arbeitslosigkeit verkürzenden Strategie gesehen, bleibt aber letztlich auch bei der Hartz-Kommission eine 'black box'. Wirkungsweise und Erfolgsbedingungen von Arbeitsvermittlung sind unzureichend erforscht, da bis zu den Hartz-Reformen stets nur 'Dritte' (und die von ihnen umgesetzten Instrumente), aber nicht das Kerngeschäft der BA selbst Gegenstand der Wirkungsforschung waren. Da das Gesamtvolumen der Arbeitslosigkeit von den sehr lang dauernden Fällen bestimmt wird. stellt sich die Frage, ob diese mit wirksamerer Arbeitsvermittlung früher bzw. überhaupt durch Arbeitsaufnahme beendet werden könnten. Vieles deutet darauf hin, dass diese stark von 'Vorruhestand' und gesundheitlichen Beeinträchtigungen geprägten 'Langläufer' bisher in Rente oder sonstiger Nichterwerbstätigkeit, aber nicht in Arbeit enden. Im Ergebnis der Reformen führt die weite Definition der 'Erwerbsfähigkeit' im SGB II dazu, dass dem Arbeitslosenbestand eher noch mehr Personen zugeführt werden, deren Gesundheitszustand ein Vermittlungshemmnis darstellt. Ein zweiter Problemkreis betrifft die Aufbau- und Steuerungsprobleme der neuen Dienstleistungsorganisationen am Arbeitsmarkt. Die Vorschläge der Kommission laufen auf einen gleichzeitigen internen wie externen Umbau der Organisationen hinaus. Es kann nicht überraschen, dass die gesteigerte Wirksamkeit der Dienstleistungen dabei erst einmal auf der Strecke blieb." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Autorin / Autor

  • Knuth, Matthias
  • Brussig, Martin

Bibliografische Daten

Knuth, Matthias; Brussig, Martin (2006): "Hartz-Kommission": Thesen zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Reformvorschläge. In: C. Brinkmann, S. Koch & H. G. Mendius (Hrsg.), Wirkungsforschung und Politikberatung - eine Gratwanderung?, (Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 300), Nürnberg, S. 89-100.
 

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