Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Koordination von Lohnverhandlungen

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Kurzbeschreibung

"Kollektiven Lohnverträgen - in Deutschland unter der Überschrift 'Flächentarifverträge' seit langem in der Diskussion - wird vorgeworfen, dass sie die Lohnstruktur komprimieren, systematisch zu marktwidrigen Löhnen führen und Beschäftigungschancen ungenutzt lassen, weshalb sie im Vergleich mit bilateralen Lohnverhandlungen ineffizient sein sollen. Traditionell haben Ökonomen dezentralisierte Lohnverhandlungen favorisiert, weil diese eher dem idealen Marktmodell entsprechen, in dem organisierte Interessengruppen nur Sand im Getriebe einer ansonsten gut funktionierenden dezentralen Marktkoordination sein können. Neuere theoretische Entwicklungen nehmen jedoch allgegenwärtige Marktimperfektionen (Informationsasymmetrien, Marktmacht etc.) zum Ausgangspunkt und zeigen, dass beispielsweise Gewerkschaften Marktimperfektionen durchaus ausgleichen oder vermindern können. Modelle imperfekter Märkte kommen zu anderen, realistischeren Beurteilungen institutioneller Arrangements, als es das idealisierte Marktmodell zu leisten vermag. Der Beitrag gibt einen Überblick der theoretischen und empirischen Diskussion des Zusammenhanges von Lohnverhandlungssystemen, Lohnungleichheit und Beschäftigung. Es wird gezeigt, dass koordinierte Lohnverhandlungssysteme zu geringerer Lohnstreuung führen, aber der häufig postulierte Zusammenhang zwischen geringer Lohnungleichheit und schlechter Arbeitsmarktperformance kann auf der Aggregatebene nicht bestätigt werden. Sowohl Länder mit sehr hoher Lohnungleichheit - wie die USA - als auch Länder mit sehr geringer Lohnungleichheit - wie die skandinavischen Länder - erreichen hohe Beschäftigtenstände." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Autorin / Autor

  • Schettkat, Ronald

Bibliografische Daten

Schettkat, Ronald (2003): Koordination von Lohnverhandlungen. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 36, H. 4, S. 634-648.
 

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