Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Japan

Verfügbarkeit

Kurzbeschreibung

"Die offiziellen Arbeitslosenzahlen der japanischen Regierung (Labour Force Survey) unterschätzen die gesamte Höhe der Arbeitslosigkeit und geben ihre Zusammensetzung nur unzureichend wieder. Im vorliegenden Aufsatz werden die Unzulänglichkeiten der offiziellen Arbeitslosenstatistik dargestellt und die Grenzen ihrer Aussagefähigkeit gezeigt. Die Informationslücken können teilweise durch Angaben zur Arbeitslosigkeit, Arbeitssuche und zu Arbeitswünschen aus anderen Erhebungen (Population Census, Employment Status Survey, Special Survey of the Labour Force Survey u.a.) geschlossen werden. Aus der Analyse sämtlicher verfügbarer Daten ergeben sich folgende Charakteristika der japanischen Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung: ++ Die tatsächliche Höhe der Arbeitslosigkeit dürfte bei Männern um mindestens ein Viertel bis ein Drittel, bei Frauen um mindestens das Zweieinhalbfache über den offiziellen Ar beitslosenzahlen liegen. ++ Jugendliche und männliche Erwerbspersonen über 55 Jahre haben überdurchschnittliche Arbeitslosenquoten. Bei älte ren Arbeitslosen sind damit oft größere soziale und finan zielle Härten verbunden. ++ Zentrumsferne ländliche Regionen sind am stärksten, land wirtschaftliche Regionen im Hinterland der Ballungsräume am geringsten von Arbeitslosigkeit betroffen. ++ Das Arbeitsplatzrisiko ist bei Männern um so niedriger je höher ihr Bildungsstand ist; bei Frauen ist dieser Zusammenhang nicht gegeben. ++ Aus den Wirtschaftszweigen Bergbau, Bau- und Verarbeitendes Gewerbe kommen relativ mehr Arbeitslose als aus den übri gen Bereichen. ++ Durch beschäftigungspolitische Maßnahmen (Nachfragestei gerung, Qualifizierung o.a.) wären mindestens 3 % der männ lichen und 8 % der weiblichen Nichterwerbspersonen für eine Erwerbstätigkeit zu mobilisieren (latentes Arbeitskräfte potential). ++ In rezessiven Konjunkturphasen scheiden auch in Japan, Er werbstätige in beträchtlicher Größenordnung aus dem Erwerbs leben aus (discouraged workers, 1975 rund 1 Million Personen). ++ Die Unterbeschäftigung innerhalb der Erwerbstätigkeit scheint seit 1965 tendenziell zu steigen. Mindestens 4 % der Beschäf tigten wünschen zusätzliche Arbeit. Auf mittlere Sicht dürfte die Arbeitslosigkeitsproblematik in Japan eher zu- als abnehmen. Das beschäftigungspolitische Instrumentarium wird derzeit ausgebaut." (Autorenreferat)

Autorin / Autor

  • Ernst, Angelika

Bibliografische Daten

Ernst, Angelika (1978): Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Japan * eine Übersicht zum Stand der empirischen Forschung. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 11, H. 1, S. 34-49.
 

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