Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Evaluation der Berufseinstiegsbegleitung nach § 421s SGB III

Projektherkunft

externes Projekt

Projektleiterin / Projektleiter

  • Boockmann, Bernhard

Mitarbeiterin / Mitarbeiter

  • Dann, Sabine
  • Kirchmann, Andrea
  • Klee, Günter
  • Kleimann, Rolf
  • Rosemann, Martin
  • Strotmann, Harald
  • Verbeek, Hans

Projektstart

2009

Projektende

2014

Beteiligte Auftraggeber

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Kurzbeschreibung

Mit dem Fünften Gesetz zur Änderung des Dritten Buches Sozialgesetzbuch - Verbesserung der Ausbildungschancen förderungsbedürftiger junger Menschen vom 26. August 2008 - wurde die Berufseinstiegsbegleitung eingeführt. Sie wird seit Februar 2009 in 1.000 allgemein bildenden Schulen erprobt. Mit der Berufseinstiegsbegleitung sollen befristet leistungsschwächere Schüler/innen der allgemein bildenden Schulen über längere Zeit individuell beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beschäftigung oder das Übergangssystem begleitet werden. Das Forschungsvorhaben soll die Auswirkungen der Berufseinstiegsbegleitung auf das Erreichen des Abschlusses der allgemein bildenden Schule und deren Erfolg, insbesondere beim Übergang in eine betriebliche Beraufsausbildung oder andere Alternativen untersuchen. Dabei werden die drei folgenden Wirkungsdimensionen als forschungsleitend herausgestellt:
- Erstens der mit Hilfe der Berufseinstiegsbegleitung erreichte allgemein bildende Schulabschluss jener Gruppe von Schülerinnen und Schülern, von denen angenommen wurde, dass sie ohne dieses Unterstützungsangebot ihren Schulabschluss bzw. den Übergang in die berufliche Erstausbildung nicht geschafft hätten. Neben dem generellen Erfolgsindikator - Erreichen des Schulabschlusses - spielt dabei vor allem auch seine Qualität eine zentrale Rolle.
- Die zweite zentrale Wirkungsdimension knüpft sich an den konkret vollzogenen Übergang von der allgemein bildenden Schule in die berufliche Erstausbildung. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass schulische Ausbildungswege in den letzten Jahren deutlich an Gewicht gewonnen haben. Dabei haben außerbetriebliche Ausbildungswege häufig den Charakter von Ersatzmaßnahmen, die daher auch mit spezifischen Schwierigkeiten an der so genannten zweiten Schwelle verbunden sind. Angesichts der Spezifika der Zielgruppe des Programms dürften auch Übergänge in berufsvorbereitende Maßnahmen zunächst auch als Erfolg zu bewerten sein. Nicht zuletzt wird auch jene Gruppe von Jugendlichen zu berücksichtigen sein, die trotz der Berufseinstiegsbegleitung den Einstieg in das Erstausbildungssystem nicht schaffen werden. Sie müssen - in dem für sie idealen Fall - über an- und ungelernte Tätigkeiten ihren Einstieg in die Arbeitswelt schaffen.
- Eine dritte Wirkungsebene ist die Entwicklung und Festigung konkreter Vorstellungen bei den begleiteten Jugendlichen über ihre jeweilige beruflichen Perspektiven, die einerseits den Interessen und Wünschen der Jugendlichen entsprechen - zugleich aber eben auch ihre spezifischen individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten als realitätsbezogenes Kalkül mit in den Blick nimmt.
Neben den geschilderten Übergängen ist auch die Stabilität der gewählten Ausbildungswege bzw. die Senkung der Zahl der Schul- und Ausbildungsabbrüche (Berufsbildungsbericht 2008) eine wichtige Ergebnisvariable, die im Evaluationskonzept abgebildet wird. Als mögliche Zielvariable von Förderungen ist ferner die Erhöhung der Ausbildungsreife (Nationaler Pakt 2006) vielfach in der Diskussion. Hierbei ist eine klarere Definition im Konzept der Evaluation zu erarbeiten. Neben den Wirkungen des Programms auf die Zielerreichung sind auch mögliche Risiken und Nebenfolgen explizit zu berücksichtigen.
Nicht allein die Existenz des Programms, sondern insbesondere die Art seiner Implementation vor Ort und die gewählte Ausgestaltung des Prozessablaufs können einen entscheidenden Einfluss auf die Wirkung des Programms und somit auf die Zielindikatoren haben. Aufgrund der Komplexität der lokalen und regionalen Übergangssysteme und der Vielzahl unterschiedlicher beteiligter Akteure muss eine fundierte Evaluation der Berufseinstiegsbegleitung die Auswirkungen auf die Übergangsverläufe der beteiligten Jugendlichen und auf die Dynamik und Koordination des lokalen und regionalen Übergangssystems gleichermaßen untersuchen. Das Evaluationsvorhaben sieht vor, bei der Analyse der Wirkungen der Berufseinstiegsbegleitung ein umfassendes Bild über den Erfolg des Programms sowie die relevanten Erfolgs- bzw. auch Misserfolgsindikatoren zu zeichnen. Das Forschungskonzept baut zentral auf den prozessbezogenen Daten der BA auf, die Informationen zum Eintritt der Teilnehmer/innen in die Maßnahme, zum Maßnahmenverlauf, zum Austritt und Verbleib der Teilnehmer/innen und zu einigen vermittlungsrelevanten Aspekten enthalten. Gleichzeitig ist jedoch die Durchführung eigener standardisierter Erhebungen und von Fallstudien unabdingbar, um der Komplexität und Multiperspektivität des Forschungsfelds gerecht zu werden und fundierte Schlussfolgerungen über die Wirkungen der Berufseinstiegsbegleitung zu ermöglichen.

Weitere Informationen

Beteiligte Institute

  • Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung
  • SÖSTRA, Institut für Sozialökonomische Strukturanalysen
  • SOKO Institut, Bielefeld
  • Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft

Projektstatus

laufend
 

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