Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 02.02.2010

Flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit sicherten im Jahr 2009 mehr als eine Million Jobs

Flexible Arbeitszeiten haben im Jahr 2009 die Wucht der Wirtschaftskrise am deutschen Arbeitsmarkt größtenteils abgefangen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit der Arbeitnehmer ging dabei um 3,2 Prozent zurück, etwa durch Kurzarbeit und den Abbau der Guthaben auf den Arbeitszeitkonten. „Dieser Rückgang entspricht rechnerisch rund 1,2 Millionen Jobs, die gesichert wurden“, so die Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Susanne Wanger.

Die Zahl der Kurzarbeiter stieg 2009 sprunghaft an und lag im Jahresdurchschnitt über einer Million. Bei ihnen fiel gut ein Drittel der normalen Arbeitszeit aus. Auf alle Arbeitnehmer umgerechnet waren es jährlich 15,5 Arbeitsstunden, nach 1,8 Stunden im Jahr 2008. Der Stand auf den Arbeitszeitkonten ist im Jahresverlauf 2009 um 9,3 Stunden je Arbeitnehmer abgeschmolzen. Kräftig abgenommen hat auch die bezahlte Mehrarbeit. Je Arbeitnehmer wurden 13 bezahlte Überstunden weniger geleistet als im Jahr 2008. Die Krankenstandsquote war mit 3,3 Prozent unverändert niedrig. Die normale Wochenarbeitszeit der Arbeitnehmer wurde erstmals seit zwei Jahren wieder kürzer. Mit durchschnittlich 30 Wochenstunden war sie um 0,3 Stunden geringer als im Jahr 2008. Dazu haben krisenbedingte Verkürzungen sowie der Anstieg der Teilzeitarbeit beigetragen.

So ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten im Jahr 2009 um rund 220.000 (+1,8 Prozent) gestiegen, während etwa 240.000 Vollzeitjobs verloren gingen (-1 Prozent). „Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten hängt stärker als die der Teilzeitbeschäftigten von der Konjunktur ab“, erklären die Arbeitsmarktforscher des IAB. In den vom Konjunktureinbruch stark betroffenen Branchen der Industrie sei Teilzeit vergleichsweise selten, in den bisher weniger betroffenen Bereichen privater, sozialer und öffentlicher Dienstleistungen liege der Teilzeitanteil dagegen deutlich höher.

Im Ganzen wurden im Jahr 2009 je Arbeitnehmer durchschnittlich 1.309 Arbeitsstunden geleistet, 43,5 Stunden oder 3,2 Prozent weniger als im Jahr 2008. Der Rückgang der Arbeitszeit habe sich im zweiten Halbjahr jedoch verlangsamt, so die IAB-Forscher: „Die Möglichkeit der Betriebe, über flexible Arbeitszeiten die Unterauslastung ihrer Mitarbeiter auszugleichen, ist inzwischen weitgehend ausgeschöpft.“ 

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen aller Erwerbstätigen schrumpfte im Jahr 2009 um 2,9 Prozent. Anders als bei den Arbeitnehmern verringerte sich die Arbeitszeit der Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen kaum. Da die gesamtwirtschaftliche Produktion um 5 Prozent kleiner war als im Vorjahr, verringerte sich die Produktivität je Arbeitsstunde um 2,1 Prozent.

Eine Tabelle zur Entwicklung der Arbeitszeit hat das IAB unter http://doku.iab.de/grauepap/2010/tab-az09.pdf veröffentlicht.

 

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