Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 6.7.2011

Vollzeitbeschäftigung steigt stärker als Teilzeitbeschäftigung

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg im ersten Quartal 2011 um 1,6 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Unter dem Einfluss der kräftigen Wirtschaftsentwicklung setzte sich damit die starke Dynamik des vierten Quartals 2010 fort. Die Teilzeitbeschäftigung expandierte im gleichen Zeitraum mit einem Plus von 1,5 Prozent etwas weniger als die Vollzeitbeschäftigung.

„Aufgrund der guten Konjunktur nimmt die Vollzeitbeschäftigung derzeit kräftiger zu als die Teilzeitbeschäftigung. Die Vollzeitbeschäftigten hängen stärker als die Teilzeitbeschäftigten von der Konjunktur ab“, erklärten die IAB-Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Susanne Wanger am Mittwoch in Nürnberg.

„Im Zuge der anhaltenden wirtschaftlichen Belebung wird in Deutschland insgesamt wieder länger gearbeitet“, so die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Die tarifliche bzw. betriebsübliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten lag im ersten Quartal 2011 mit 38,23 Wochenstunden etwas höher als im ersten Quartal 2010. Auch die Guthaben auf den Arbeitszeitkonten nahmen zu, und es wurden zudem etwas mehr bezahlte Überstunden geleistet als im entsprechenden Vorjahresquartal. Die Zahl der Kurzarbeiter belief sich im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals 2011 nur noch auf rund 300.000 Personen – nach 933.000 im ersten Quartal des Vorjahres. Die Krankenstandsquote nimmt seit Mitte des Jahres 2009 tendenziell zu und lag im ersten Quartal 2011 mit rund 4,27 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahresquartals (3,77 Prozent).

Im Ganzen leisteten die Erwerbstätigen dem IAB zufolge im ersten Quartal 2011 im Schnitt 364,5 Arbeitsstunden, das sind 5,1 Stunden oder 1,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit ist der Rückgang der Arbeitszeit, der die Wucht der großen Rezession 2008/2009 großenteils abgefedert hatte, inzwischen nahezu ausgeglichen. So ist die Arbeitszeit im ersten Quartal des Jahres 2011 um gut 11 Stunden länger als im ersten Quartal des Rezessionsjahres 2009.

Da auch die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal 2011 um 1,4 Prozent stieg, nahm das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen um 2,8 Prozent zu und belief sich auf 14,7 Milliarden geleistete und bezahlte Arbeitsstunden. Die Produktivität je Arbeitsstunde erhöhte sich erstmals seit fünf Jahren wieder kräftig und lag um 2,3 Prozent über ihrem Vorjahreswert, denn die gesamtwirtschaftliche Produktion war im ersten Quartal 2011 um 5,2 Prozent größer als im Vorjahr.

Eine Tabelle zur Entwicklung aller Komponenten der Arbeitszeit hat das IAB unterhttp://doku.iab.de/grauepap/2011/tab-az11q1.pdf veröffentlicht.
 

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