Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 3.3.2011

Leiharbeiter und befristet Beschäftigte fühlen sich weniger in die Gesellschaft integriert

Leiharbeiter und befristet Beschäftigte fühlen sich weniger in die Gesellschaft integriert als Festangestellte. Arbeitslose empfinden sich aber noch häufiger als ausgeschlossen, ermittelte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer repräsentativen Umfrage.

Verglichen mit Leiharbeitern fühlen sich befristet Beschäftigte etwas besser integriert. Das Teilhabe-Empfinden von Selbstständigen ist am stärksten ausgeprägt, knapp gefolgt von dem der unbefristet Beschäftigten.

Leiharbeiter und befristet Beschäftige sind nicht nur einem erhöhten Arbeitslosigkeitsrisiko und einer größeren Planungsunsicherheit ausgesetzt, sondern erhalten oft auch niedrigere Löhne und haben weniger Weiterbildungschancen als ihre festangestellten Kollegen. Diese objektiven Benachteiligungen finden sich in den subjektiven Wahrnehmungen von Leiharbeitern und befristet Beschäftigten wieder, zeigt die IAB-Studie.

Ihre Ergebnisse untermauern die Annahme, dass Erwerbstätigkeit mit dem Gefühl sozialer Teilhabe Hand in Hand geht. "Eine stabile Integration in den Arbeitsmarkt gilt als wesentliche Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe", schreiben die Arbeitsmarktforscher. Zum einen schaffe der Lohn die materielle Grundlage für die Teilhabe. Zum anderen biete Erwerbsarbeit die Chance, soziale Kontakte und Netzwerke zu knüpfen. Allerdings zeigen sich zwischen den Beschäftigungsformen große Unterschiede im Teilhabe-Empfinden, berichtet das IAB.

So fühlen sich vormals Arbeitslose durch die Aufnahme einer befristeten Beschäftigung oder einer Leiharbeits-Tätigkeit zwar besser in die Gesellschaft integriert als diejenigen, die arbeitslos bleiben. Die Verbesserung fällt im Vergleich mit denjenigen, die eine unbefristete Beschäftigung finden, jedoch deutlich geringer aus.

Ostdeutsche fühlen sich über alle Beschäftigtengruppen hinweg von der Gesellschaft eher ausgeschlossen als Westdeutsche. In der Gruppe der Leiharbeiter ist der Unterschied zwischen Ost und West am deutlichsten. Neben dem besonders hohen Maß an Beschäftigungsunsicherheit könnte die geringe Entlohnung der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche in Ostdeutschland eine Rolle spielen, vermuten die Arbeitsmarktforscher. Im März 2010 mussten dort 13,4 Prozent ergänzend Arbeitslosengeld II beziehen. In Westdeutschland waren es 10,9 Prozent.

Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2011/kb0411.pdf

 

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