Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 27.04.2009

IAB: Altersteilzeit in heutiger Form nicht über 2009 hinaus verlängern

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) spricht sich dafür aus, die 2009 auslaufende Förderung der Altersteilzeit in heutiger Form nicht weiter zu verlängern. Das in neun von zehn Fällen genutzte Blockmodell gebe falsche Signale und reduziere den Druck auf die Unternehmen, rechtzeitig Konzepte für ein alternsgerechtes Arbeiten zu entwickeln. „Nicht der vorzeitige Ausstieg aus dem Erwerbsleben, sondern der lange Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sollte gefördert werden“, betont die IAB-Arbeitmarktforscherin Susanne Wanger in einer am Montag veröffentlichten Studie.

Das Ziel der Altersteilzeit war ursprünglich, älteren Arbeitnehmern einen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand zu ermöglichen. „Tatsächlich ist die Altersteilzeit jedoch in der Regel nicht, was ihr Name verspricht“, stellt Wanger fest. Nur jeder zehnte Altersteilzeitbeschäftigte arbeitet im Teilzeitmodell weiter, neun von zehn nutzen dagegen das Blockmodell zu einem vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben. Im Teilzeitmodell reduziert der Arbeitnehmer über den gesamten Zeitraum seine Arbeitszeit auf 50 Prozent. Im Blockmodell leistet er in der ersten Hälfte des Zeitraums wie bisher seine volle Arbeitszeit und wird in der zweiten Hälfte freigestellt.

Ende 2007 befand sich jeder sechste der 55- bis 64-jährigen Beschäftigten in Altersteilzeit. Dies betraf insgesamt knapp 540.000 Personen. Vor allem Angestellten in Büroberufen dient die Altersteilzeit als Weg in den vorzeitigen Ruhestand. Unterdurchschnittlich vertreten sind dagegen Arbeiter und Beschäftigte in Berufen mit hohen körperlichen Belastungen. „Da diese Berufe in der Regel niedriger entlohnt werden, können sich die Beschäftigten hier die Altersteilzeit eventuell nicht leisten“, schreibt Wanger in ihrer Studie.

In Großbetrieben ist die Altersteilzeit am meisten verbreitet

Vor allem in Großbetrieben mit ausgeprägter Tarifbindung wie im verarbeitenden Gewerbe und der öffentlichen Verwaltung ist die Altersteilzeit verbreitet. Allein auf die Betriebe mit mehr als 1.000 Beschäftigten entfällt ein Drittel der Altersteilzeitbeschäftigten – ihr Beschäftigtenanteil ist knapp halb so groß. In den kleineren Betrieben liegt der Altersteilzeitanteil dagegen deutlich unter ihrem Beschäftigtenanteil. So finden sich in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten nur knapp 15 Prozent aller Personen in Altersteilzeit, obwohl dort fast 40 Prozent aller älteren Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Altersteilzeit dient überwiegend zum Personalabbau oder zum Verjüngen der Belegschaft

Bei bis zu einem Drittel der Fälle ermöglicht die Altersteilzeit die Einstellung eines sonst arbeitslosen Arbeitnehmers oder die Übernahme eines Auszubildenden, geht aus der IAB-Studie hervor. Insgesamt zahlte die Bundesagentur für Arbeit dafür seit 1996 Zuschüsse von mehr als 8,5 Milliarden Euro. Zwei Drittel der Betriebe verzichten jedoch auf die Förderung und nutzen die Altersteilzeit zum sozialverträglichen Personalabbau oder zum Verjüngen der Belegschaft.

Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb0809.pdf

 

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