Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 27.05.2009

Jeden Tag beginnen und enden durchschnittlich 30.000 Arbeitsverhältnisse in Deutschland

An jedem Arbeitstag der vergangenen zehn Jahre wurden im Durchschnitt rund 30.000 Arbeitsverhältnisse begonnen und etwa ebenso viele beendet. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt werde häufig unterschätzt, betonen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Auch im Aufschwung würden viele Mitarbeiter entlassen – und in der Krise immer noch Mitarbeiter eingestellt.

Die Zahl der Neueinstellungen schwankt im Konjunkturverlauf stärker als die Zahl der beendeten Beschäftigungsverhältnisse, zeigt die IAB-Studie. Ein Grund: In wirtschaftlich schwierigen Situationen kündigen weniger Arbeitnehmer, um eine neue Stelle anzutreten. Obwohl die Zahl der arbeitgeberseitigen Kündigungen steigt, ändert sich die Summe der beendeten Beschäftigungsverhältnisse im Abschwung vergleichsweise wenig.

Während einer Boomphase nutzen dagegen viele Beschäftigte die Chancen der guten Arbeitsmarktlage und kündigen von sich aus, um eine bessere Arbeitsstelle anzunehmen. Die Aussicht auf eine Lohnerhöhung oder Verbesserung der Arbeitsplatzsituation lässt dann sowohl die Zahl der freiwilligen Kündigungen als auch der Neueinstellungen steigen. Arbeitnehmer, die von sich aus kündigen, müssen in der Regel ersetzt werden: Es entstehen Einstellungsketten, die zu einem höheren Umschlag auf dem Arbeitsmarkt führen.

Die Kehrseite: In der Krise werden somit nicht nur weniger neue Stellen geschaffen, sondern auch weniger bestehende Stellen frei. Insbesondere für Langzeitarbeitslose sinken dem IAB zufolge derzeit die Beschäftigungschancen deutlich. Die Konkurrenz um die knapper werdenden offenen Stellen werde zunehmend härter, und gerade die Chancen für Personen mit geringer Qualifikation oder anderen Beschäftigungshemmnissen würden erheblich abnehmen. Insgesamt sei ein Wiederanstieg der Langzeitarbeitslosigkeit zu erwarten, so das IAB. Dies berge bei einer lang anhaltenden Krise die Gefahr, dass die Sockelarbeitslosigkeit wieder steigt und sich Arbeitslosigkeit verhärtet.

Die IAB-Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb1309.pdf.

 

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