Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 29.6.2010

IAB: „Leiharbeit ist zumindest ein schmaler Steg in Beschäftigung“

„Leiharbeit ist zwar keine breite Brücke, aber zumindest ein schmaler Steg in Beschäftigung“, sagte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, am Dienstag in Berlin. Neue Forschungsergebnisse des IAB zeigen: 25 Prozent der Leiharbeiter waren im Zweijahreszeitraum zuvor mindestens die Hälfte der Zeit arbeitslos. Im Zweijahreszeitraum nach der Leiharbeit lag der entsprechende Anteil dagegen nur noch bei 17 Prozent.

Die meisten Beschäftigungsverhältnisse in der Leiharbeit dauern IAB-Direktor Möller zufolge nur kurz. Rund die Hälfte endet bereits innerhalb von drei Monaten. Der Anteil an allen Beschäftigten liegt bei zwei Prozent: Derzeit gibt es gut 750.000 Leiharbeiter. Im Juli 2008 waren es sogar mehr als 800.000. Im Jahr 2009 sank die Zahl dann wegen der Wirtschaftskrise unter 600.000.

IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei erklärte, dass die Leiharbeit neben der befristeten Beschäftigung eines der wichtigsten Instrumente für die Unternehmen sei, um personalpolitisch flexibel auf Auftragsschwankungen reagieren zu können. Mindestens genauso wichtig seien aber auch Formen der internen Flexibilität wie Arbeitszeitkonten. „Die verschiedenen Formen der Flexibilität sind ganz entscheidend für den arbeitsmarktpolitischen Erfolg unseres Wirtschaftssystems. Sie werden weiter an Bedeutung gewinnen“, so Walwei. Dabei gehe es aber um einen guten Mix aus Flexibilität, Stabilität und sozialer Sicherheit.

Leiharbeit ist für Arbeitslose keine Sackgasse

„Leiharbeit erhöht für Langzeitarbeitslose auch auf mittlere Sicht die Beschäftigungschancen“, betonte der IAB-Arbeitsmarktexperte Florian Lehmer bei der Präsentation der Forschungsergebnisse. „Die Beschäftigungswahrscheinlichkeit steigt dabei keineswegs nur in der Leiharbeit, sondern ebenfalls außerhalb der Branche“. Langzeitarbeitslose, die zunächst einen Job in der Leiharbeit angenommen haben, sind zwei Jahre später fast genauso häufig außerhalb der Leiharbeit tätig wie Langzeitarbeitslose, die sofort einen Job außerhalb der Leiharbeit gefunden haben. Allerdings schaffen es nur sieben Prozent der vormals Arbeitslosen, im Zweijahreszeitraum nach der Leiharbeit überwiegend beschäftigt zu bleiben und dabei die Leiharbeit komplett hinter sich zu lassen.

Die IAB-Studie zur Leiharbeit steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb1310.pdf. 

O-Töne von der Pressekonferenz in Berlin stehen ab 15 Uhr unter www.iab.de/audiodienst zum Download bereit.


 

Zum Begriff: Leiharbeit, Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung?
„Arbeitnehmerüberlassung“, „Leiharbeitnehmer“, „Leiharbeitsverhältnis“ und „Verleiher“ sind die Begriffe des Gesetzgebers, die Branche selbst spricht von „Zeitarbeit“. Die Begriffe Leiharbeit, Zeitarbeit und Arbeitnehmerüberlassung sind synonym. 
 


 

 

 

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