Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 17.12.2007

Betriebliche Trainingsmaßnahmen bauen Brücken in den Job

Betriebliche Trainingsmaßnahmen erhöhen die Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 15 Prozentpunkte, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Nichtbetriebliche Trainingsmaßnahmen, zum Beispiel durch Bildungsträger, steigern die Chancen für einen neuen Job dagegen nur um etwa drei Prozentpunkte. „Die Integrationswirkungen bei betrieblichen Trainingsmaßnahmen treten sehr rasch auf und sind bei weitem stärker als bei den nichtbetrieblichen“, fassen die IAB-Arbeitsmarktforscher Eva Jozwiak und Joachim Wolff ihre Ergebnisse zusammen.

Trainingsmaßnahmen sind nach den Ein-Euro-Jobs das wichtigste arbeitsmarktpolitische Instrument für Arbeitslosengeld-II-Bezieher: Knapp 450.000 begannen im Jahr 2006 eines der meist drei- bis vierwöchigen Trainings.

Etwa 40 Prozent der Maßnahmen fanden in Betrieben statt. Die von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Praktika vermitteln Kenntnisse oder prüfen die Eignung für einen Beruf. Bereits nach zwei Monaten war die Beschäftigungswahrscheinlichkeit bei den Teilnehmern rund 15 Prozentpunkte höher als bei vergleichbaren Arbeitslosen, die keine Trainingsmaßnahme absolviert haben. Nicht selten wurden die Teilnehmer von den Betrieben, in denen die Maßnahme stattfand, im Anschluss übernommen.

Mitnahme- und Verdrängungseffekte möglich

Die IAB-Studie weist allerdings auf die Gefahr von Mitnahmeeffekten hin. Möglicherweise hätten die Betriebe eine Reihe von Teilnehmern an betrieblichen Trainingsmaßnahmen auch ohne die Maßnahmeteilnahme eingestellt.

Jozwiak und Wolff gehen auch von Verdrängungseffekten aus: „Zudem könnten durch die besseren Chancen der Teilnehmer, Arbeit zu finden, die Chancen der Nicht-Teilnehmer auf einen Job in den betroffenen Betrieben geringer werden. Deshalb könnte der Beitrag zum Abbau der Erwerbslosigkeit bedürftiger Personen insgesamt geringer ausfallen als die Beschäftigungseffekte für die Teilnehmer.“

Mitnahme- und Verdrängungseffekte würden nicht gegen den Einsatz von betrieblichen Trainingsmaßnahmen sprechen, aber die auf den ersten Blick sehr positive Bilanz etwas relativieren, so Jozwiak und Wolff.

Nichtbetriebliche Trainings wirken weniger

Bei den Trainings, die nicht innerhalb von Betrieben stattfinden, setzten die positiven Beschäftigungseffekte erst etwa vier bis fünf Monate nach dem Beginn der Maßnahmen ein. 20 Monate nach Trainingsbeginn haben die Teilnehmer eine um rund drei Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, regulär beschäftigt zu sein, als vergleichbare Nicht-Teilnehmer. Typische Beispiele für nichtbetriebliche Trainingsmaßnahmen sind Bewerbungstrainings, Englisch- oder Computerkurse.

Geringere Effekte bei Arbeitslosen unter 25

Junge Erwachsene unter 25 werden in besonderem Maße durch betriebliche und nichtbetriebliche Trainingsmaßnahmen gefördert. Sie sind mit einem Anteil von elf Prozent unter den Arbeitslosengeld-II-Empfängern vertreten, stellen aber 30 Prozent der Maßnahmeteilnehmer. Gerade für diese Gruppe fallen die Beschäftigungswirkung der Trainingsmaßnahmen jedoch am niedrigsten aus. „Jugendliche und junge Erwachsene gezielter für die Maßnahmen auszuwählen und dafür etwas häufiger Personen in den anderen Altersgruppen zu fördern, könnte daher die Effektivität der Maßnahmen insgesamt erhöhen“, schreiben Jozwiak und Wolff.

Die IAB-Studie kann unter http://doku.iab.de/kurzber/2007/kb2407.pdf abgerufen werden. 

 

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