Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Tagungsbericht "Linked-Employer-Employee-Datensatz des IAB (LIAB)"

Workshop für externe Nutzer von IAB-Daten

Analysen zum Arbeitsmarkt in Deutschland konzentrierten sich bislang weitgehend auf die Betrachtung der Beschäftigten- oder der Arbeitgeberseite. Die Verknüpfung von Prozessdaten des IAB (z.B. Beschäftigten-Historik) mit Daten aus dem IAB-Betriebspanel als Linked-Employer-Employee-Datensatz des IAB (LIAB) ermöglicht hier neue Analysemöglichkeiten (vgl. dazu: "Der Linked Employer-Employee-Datensatz aus IAB-Betriebspanel und Beschäftigtenstatistik der Bundesanstalt für Arbeit (LIAB)"   , Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nr. 250, 2002). Bisher war dieser Datensatz aus datenschutzrechtlichen und technischen Gründen nur in Ausnahmefällen für externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugänglich.

Ab Anfang 2005 können diese nun die Linked-Employer-Employee-Daten des IAB über Gastaufenthalte im Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (FDZ) nutzen. Das FDZ ist die neu eingerichtete Anlaufstelle für externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die nicht-kommerzielle Forschungsvorhaben auf Basis von Mikrodaten der BA bzw. des IAB durchführen wollen.

Um bereits im Vorfeld Informationen zu diesen Daten an potentielle Nutzerinnen und Nutzer weiterzugeben, wurde am 26. November 2004 vom FDZ zusammen mit dem IAB-Forschungsbereich “Betriebe und Beschäftigung“, der IAB-Arbeitsgruppe LIAB, dem „Kompetenzzentrum für empirische Methoden“ des IAB (KEM) und dem IAB-Servicebereich IT und Informationsmanagement (ITM) ein Workshop vorwiegend für externe Interessierte veranstaltet. Bereits die zahlreiche Teilnahme zeigt das große Interesse an diesen Daten.

Nach einer kurzen Einführung und Begrüßung durch die Leiterin des FDZ, Dr. Annette Kohlmann wurden die beiden dem LIAB zugrunde liegenden Datensätze vorgestellt:

Zunächst verschaffte Steffen Kaimer (ITM/IAB) den Teilnehmern einen Einblick in die Beschäftigten-Leistungsempfänger-Historik (BLH). Ergänzt wurde diese Präsentation durch die Ausführungen von Silke Hamann (ITM/IAB) zur IAB-Beschäftigtenstichprobe 1975-2001, die als Scientific Use File aus der BLH generiert wurde. Diesen Datensatz können Externe auch über das FDZ erhalten. Im Anschluss daran präsentierte Dr. Susanne Kohaut (Betriebe und Beschäftigung/IAB) das IAB-Betriebspanel. Aufbauend auf diesen Basisinformationen stellte Holger Alda (FDZ/IAB) die unterschiedlichen Modelle des LIAB (LIAB-Querschnittmodell und LIAB-Längsschnittmodell) und die aktuellen Versionen dazu vor.

Nach der Mittagspause erläuterte Peter Jacobebbinghaus (FDZ/IAB) die genaueren Bestimmungen zum Datenzugang. Externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können die LIAB-Versionen nur im Rahmen eines Gastaufenthalts im FDZ nutzen. Dazu müssen sie einen Antrag stellen; ein entsprechendes Formular findet sich auf der FDZ-Homepage.
Des Weiteren wurde den Nutzerinnen und Nutzern empfohlen, sich im Vorfeld des Gastaufenthalts ausführlich über die Daten zu informieren. Hierzu stehen umfangreiche Dokumentationen und Testdaten zur Verfügung. Diese intensive Vorbereitung soll den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine effektivere Nutzung der Zeit im FDZ ermöglichen.

Abschließend zeigte Dr. Hermann Gartner (KEM/IAB) an Hand des Beispiels „Warum reduzieren Tarifverträge und Betriebsräte die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern?“ die Analysemöglichkeiten der LIAB-Daten auf.

Nach den Vorträgen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Diskussionsrunde austauschen. Hier wurden einige Wünsche bezüglich zusätzlicher Merkmale, die in die LIAB-Daten aufgenommen werden sollten, geäußert. Da diese Angaben doch sehr spezifisch waren, wurden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gebeten, ihre entsprechenden Vorschläge per E-Mail an das FDZ zu senden. Zudem wurde von den Externen auf Grund der komplexen Datenstruktur die Beratung des FDZ thematisiert. Hier sicherte das FDZ eine ausführliche Beratung und Hilfestellung bei der Auswahl des passenden Modells und bei der Arbeit mit den Daten zu.

Durch den LIAB-Workshop und die Teilnehmer-Befragung zeigte sich, wie groß das Interesse an verknüpften Betriebs- und Personendaten im Bereich der Arbeitsmarktforschung ist. Das FDZ ermöglicht es nun auch externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, mit diesen besonderen Daten zu arbeiten.

 

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