Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Zertifikat "audit berufundfamilie"


Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Wirkungsanalyse von Gründerzentren - der Einfluss prozessorientierter Beratungsangebote auf den Erfolg von Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit

Projektnummer

582

Projektherkunft

IAB-Projekt

Projektstart

Januar 2003

Projektende

Oktober 2004

Kurzbeschreibung

Im Rahmen von insgesamt drei aufeinander folgenden Sonderprogrammen des BMA/BMWA wurden in drei verschiedenen Arbeitsamtsbezirken Existenzgründerzentren als Modellprojekte initiiert und gefördert, mit dem Ziel, Arbeitslose beim Schritt in die berufliche Selbständigkeit zu unterstützen.
Ziel des Forschungsvorhabens ist die Ermittlung der Wirksamkeit von drei Gründerzentren auf der Basis eines Vergleichs zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern. Hierzu soll durch ökonometrisches Matching eine entsprechende Vergleichsgruppe aus vormals arbeitslosen Existenzgründern, die keine Hilfsangebote der Gründerzentren in Anspruch nahmen, gebildet werden.
Neben den Modellprojekten wird. auch von einer Reihe weiterer Einrichtungen Unterstützungen bei der Existenzgründung angeboten. Die Kundenstrukturen der verschiedenen Beratungsstellen wie auch der genannten Gründerzentren sowie insbesondere deren Wirkungsweise, die sich im wesentlichen durch ihre prozessorientierte Ausrichtung von anderen einschlägigen Maßnahmen unterscheidet, ist bisher kaum analysiert worden. Auch hierzu soll die geplante Untersuchung einen Erklärungsbeitrag leisten.
Daneben war es eine weitere Zielsetzung der Sonderprogramme, in den Gründerzentren verschiedene Konzepte und unterschiedliche Dienstleistungen praktisch zu erproben. Die Untersuchung soll deshalb zugleich als eine Art "Inventur" Beispiele für Good Practise ermitteln und aufzeigen, unter welchen Voraussetzungen erfolgreiche Ansätze auch auf andere Regionen übertragbar sind.

Projektmethode

Externer Forschungsstand:
Gemeinsamkeiten finden die verschiedenen Ausprägungen der Gründungsforschung bzw. die damit befassten Fachrichtungen vor allem in den zentralen Fragen nach den Determinanten des Erfolges einer Unternehmensgründung bzw. nach Einflussfaktoren auf Bestand und Wachstum. Neben dem reinen Fortbestand des Unternehmens werden oft betriebswirtschaftli-che Kennziffern wie die Umsatzentwicklung oder die Beschäftigtenzahl bewertet. Während sich in der betriebswirtschaftlichen Forschung vorrangig Beschreibungen (deskriptive empiri-sche Analysen) von "erfolgreichen" Gründern/Unternehmern finden, die beispielsweise Per-sönlichkeitsmerkmale, Humankapitalausstattung, Entscheidungsverhalten, Motivation, Ein-stellungen, Attitüden und ähnliches thematisieren (vgl. Klandt et al. 2002; Müller 2000), wer-den im Bereich der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschung insbesondere auch die situativen Gegebenheiten, die institutionellen Regelungen sowie die soziokulturellen Rahmenbedingungen des Gründungs- und Unternehmenserfolgs näher beleuchtet. So zeigen sich jenseits der individuellen Humankapitalausstattung etwa Unterschiede hinsichtlich der Region, der Wirtschaftsbranche, der Inanspruchnahme öffentlicher Förderung und der Kapi-talausstattung. (vgl. Schmude/Leiner 2002; Almus/Prantl 2002; Almus 2002; Merz 2001) In letzter Zeit bilden vermehrt auch die Ausstattung mit Eigenkapital bzw. der Zugang zu Fremdkapital ("venture capital") einen Schwerpunkt in der Gründungsliteratur.
Eine weitere Diversifikation des Untersuchungsgegenstands erfolgt neuerdings auch nach bestimmten Zielgruppen. Start-ups aus dem Hochschulbereich wie auch die Bildung von Un-ternehmensnetzwerken werden als zentral für den Wissenstransfer und die Innovationsfähig-keit einer Region eingestuft und sind daher im Bereich der regionalen Wirtschaftsförderung ein Forschungsthema (vgl. Meyer-Krahmer/Kulicke 2002; Audretsch/Fritsch 2002; Ham-pe/Steininger 2001; Eichener/Schaaf/Schulte/Weingarten 2001).
Die Existenzgründung als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit oder zur Vermeidung von Er-werbslosigkeit hat auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene zahlreiche Gründungsförde-rungsprogramme entstehen lassen, die teilweise auf eng definierte Zielgruppen (z.B. Frauen, Jugendliche, Hochschulabsolventen) zugeschnitten sind. Die - mittlerweile reichhaltige - Be-gleitforschung zu diesen Initiativen richtet sich jedoch leider immer noch allzu oft auf die Beschreibung der Unternehmensentwicklung der Geförderten (vgl. Brüderl/Hinz/Ziegler 2001; Institut für Mittelstandsforschung 2000; Blumberger 2000). Aufgrund der schwierigen Datenlage finden bislang kaum Vergleiche zwischen öffentlich geförderten Unternehmens-gründungen und nicht geförderten Start-ups.
Die Studien zur Gründungsvorbereitung basieren bislang vor allem auf Meinungen, Bewer-tungen und Selbsteinschätzungen (siehe z.B. Evers 2002, Möhlig et al. 2002 oder Piorkowsky et al. 2001). Für das geplante Forschungsvorhaben sind diese Arbeiten vor allem als Eckpunkt für den Untersuchungsansatz relevant. Als wichtigste Kriterien für eine erfolgreiche Grün-dung nennen diese Arbeiten die persönliche Qualifikation, das Gründungskonzept und die Gründungsidee, die Durchlässigkeit im relevanten Markt (Kundenumfeld, Geschäftsbezie-hungen und Konkurrenz), eine ausreichende Finanzierung, sowie eine geeignete fachliche und kaufmännische Qualifikation. Als wichtigste Gründe für das Scheitern einer Gründung oder den Rückzug aus der beruflichen Selbständigkeit gelten Finanzierungsprobleme, Defizite im Bereich unternehmerischer Kompetenzen, schlechtes Marketing, schwacher Vertrieb, fehlen-de Umfeld- und Marktanalysen, fachliche wie auch kaufmännische Defizite (fehlende oder unzureichende Ergebnis- und Liquiditätsplanung, Controlling), grundlegende Schwächen im Unternehmenskonzept und auch eine schlechte Zahlungsmoral der Kunden (Forderungsaus-fälle). Darüber hinaus wird die "Behinderung durch Bürokratie" als ein fundamentales Prob-lem empfunden.
Zwar wurden die ersten Technologie- und Gründerzentren im Rahmen der regionalen Wirt-schaftsförderung schon in den frühen Achtziger Jahren etabliert, doch standen hier aus prag-matischen Erwägungen zunächst die Bereitstellung von Infrastruktur und Räumlichkeiten, nachfolgend aber auch zunehmend Know-how-Transfer an die Gründer im Vordergrund. In-zwischen verlagerte sich der Schwerpunkt der Gründungsförderung - sicherlich auch durch die Befunde der Gründungsforschung bedingt - in Richtung Beratung und Coaching (vgl. Mellewigt/Witt 2002; Möller/Kerkhoff/Luig/Rosenkranz 2002; Bach 2001; Tödt 2001; Kai-ler/Walger 2000; ). Eine Differenzierung nach den Phasen der Unternehmensentwicklung ist dabei bislang jedoch eher unüblich.
Auch enthält die aktuelle empirische Literatur keinen systematischen Vergleich von Kriterien der Bewerberauswahl oder "Gründertypen" bei Gründungszentren. Bei den Veröffentlichun-gen handelt es sich in der Regel um Fallstudien e

Projektziel

Das Forschungsprojekt ermittelt die Wirksamkeit von drei Gründerzentren auf der Basis eines Vergleichs zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern.

Beteiligte Institute

  • Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder

Publikationen

Publikationen zum Projekt

Projektstatus

Abgeschlossen
 

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