Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Einstellungshemmnis Kündigungsschutz?

Kurzbeschreibung

In der Debatte um den Kündigungsschutz in Deutschland geht es im Kern darum, ob die Absicht des Gesetzgebers, soziale Härten bei Kündigungen zu vermeiden, sich nicht ins Gegenteil verkehrt und zum Einstellungshemmnis für Angehörige bestimmter Personengruppen, wie ältere Arbeitnehmer, wird. Unternehmen stellen bei temporären Auftragsspitzen neue Beschäftigte ein, wenn sie nicht befürchten müssen, diese bei einer ungünstigen Entwicklung der Absatzlage nicht wieder entlassen zu können. Kündigungsschutzregeln werden oftmals unterlaufen, indem Beschäftigungsverhältnisse befristet oder Leiharbeiter eingestellt werden. Insofern ist es fraglich, ob bei weniger Kündigungsschutz in einer Aufschwungphase das Beschäftigungsniveau schneller steigt. Allerdings werden Befristungen und Leiharbeit eine geringere Bedeutung erlangen. In konjunkturell schwächeren Zeiten werden aber auch Entlassungen schneller vorgenommen, was zu einer Verringerung der betrieblichen Fluktuation führt. Viele Arbeitsmarktexperten betrachten das geltende Kündigungsschutzrecht jedoch als problematisch, da einer Kündigung im Regelfall ein arbeitsgerichtliches Verfahren folgt, welches mit Kosten und Unsicherheiten hauptsächlich für die Betriebe verbunden ist: 'Das deutsche Kündigungsschutzsystem ist zu einem einzigen Abfindungsbasar verkommen.' Gegen diese Auffassung spricht jedoch, dass ein Einfluss des Kündigungsschutzes auf das Einstellungsverhalten von Betrieben durch empirische Studien nicht nachgewiesen werden konnte. (IAB)

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Bibliografische Daten

Bellmann, Lutz (2004): Einstellungshemmnis Kündigungsschutz? In: Arbeit und Beruf, Jg. 55, H. 10, S. 300.
 

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