Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Nachruf

Dr. rer. pol. habil. Dieter Blaschke

Dieter BlaschkeDer frühere IAB-Forschungsbereichsleiter Dr. rer. pol. habil. Dieter Blaschke ist am 21. Februar 2021 in Nürnberg im Alter von 83 Jahren verstorben.

Dieter Blaschke legte sein Abitur in Heidenheim ab. Er schloss eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Fa. Carl Zeiss in Oberkochen an, die er mit der Kaufmannsgehilfenprüfung beendete. Anschließend studierte er Sozialwissenschaften an der damaligen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (WiSo) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg FAU (Abschluss Dipl.-Sozialwirt).

Dieter Blaschke wirkte dann einige Jahre als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie (Prof. Wurzbacher) an der WiSo-Fakultät der FAU. 1971 promovierte er mit summa cum laude zum Thema „Determinanten des Erfolges in Führungspositionen der Wirtschaft - Ergebnisse einer empirischen Untersuchung in 39 Unternehmen Bayerns und Baden-Württembergs" (Referent Prof. Wurzbacher, Korreferent Prof. Specht). Im Jahre 1979 habilitierte sich Dieter Blaschke zum Thema "Organisatorische Bedingungen interdisziplinärer Forschung in den Sozialwissenschaften" (Referent Prof. Wurzbacher) und erhielt die Venia legendi für das Fach Soziologie. In der Folge übernahm er Lehrstuhlvertretungen an der Universität Bamberg (1979/1980) und an der Universität Bayreuth (1980/1981).

1981 wechselte Dieter Blaschke an das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Er arbeitete dort zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter im damaligen Arbeitsbereich Soziologische Arbeitsmarktforschung. 1988 wurde ihm die Stelle eines Bereichsleiters für diesen Forschungsbereich übertragen. Diese hatte er bis 2003 inne, als er aus Altersgründen aus dem IAB ausschied.

Im Rahmen soziologischer Arbeitsmarktforschung hat Dieter Blaschke eine breite Palette von Themen bearbeitet. Einige Schwerpunkte seiner Arbeit waren: Soziale Qualifikationen im Berufsleben, arbeitsbedingte regionale Mobilität, Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt nach beruflicher Weiterbildung, Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen, berufliche Integration von Aussiedlern, berufliche Situation älterer Arbeitnehmer, berufliche Ausbildung und Eingliederung jugendlicher Rehabilitanden, Erfolgsfeststellung beruflicher Rehabilitation, Beruf und berufliche Verweisbarkeit, Evaluierung von aktiver Arbeitsmarktpolitik sowie von Maßnahmen zur Fortbildung und Umschulung.

Die vielfältigen Ergebnisse dieser Arbeiten fanden Eingang in verschiedene Praxisfelder der Bundesagentur für Arbeit und waren auch als Expertise beim Bundessozialgericht gefragt. Entsprechend thematisch breit gefächert sind auch seine zahlreichen Publikationen.

Die Arbeiten von Dieter Blaschke zeichneten sich durch Exaktheit und Gründlichkeit aus. Dazu trug sein ausgeprägtes Problembewusstsein maßgeblich bei. So setzte er sich immer wieder mit der Annahmenbelastetheit zugrunde liegender Theorien, der Abbildgüte verwendeter Daten, der instrumentellen Zuverlässigkeit eingesetzter Methoden und Verfahren sowie mit der Passung von Untersuchungsansätzen und Variablenplänen auseinander.

Dabei hat er nicht nur nach außen gewirkt, sondern hat auch intern mit einer Reihe von Arbeitspapieren zur konzeptionellen Orientierung des IAB beigetragen. Diese hausinternen Schriften haben häufig interdisziplinäre kritische Dispute ausgelöst und damit nicht selten auch die gemeinsame Arbeit bereichert.

Dieter Blaschke war nicht nur fachlich ein sehr geschätzter Partner, sondern erfreute sich auch in seinem sozialen Umfeld großer Beliebtheit. Er war ein sehr kompetenter und hoch geachteter Leiter, er war überaus integer und vielfältig ansprechbar, weil er sehr viele sowohl aktive als auch rezeptive Interessen hatte, und er war aufgrund seiner menschlichen Wärme in wohltuender Weise empathiefähig.

 

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