Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 20.4.2010

Hartz-IV-Empfänger erleben ihre Arbeitsvermittler grundsätzlich als freundlich und vertrauenswürdig

Arbeitslosengeld-II-Empfänger schätzen ihre Arbeitsvermittler grundsätzlich als freundlich und vertrauenswürdig ein. Das geht aus einer repräsentativen Befragung von mehr als 3.000 Hartz-IV-Beziehern durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. „Allerdings bewerten viele Arbeitsuchende ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt trotzdem negativ und sind der Meinung: Auch eine intensive Beratung könne diese kaum verbessern“, so die Arbeitsmarktforscherin Anita Tisch.

Arbeitslosengeld-II-Empfänger unter 25 Jahren stehen ihren Vermittlern skeptischer gegenüber. Sie fühlen sich in stärkerem Maße Vorschriften und Forderungen ausgesetzt. Dennoch glauben 70 Prozent der Jüngeren, dass die Beratung und Betreuung ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Generell gehen sie von guten Vermittlungschancen aus. Ältere beschreiben den Kontakt zu ihrem persönlichen Ansprechpartner meistens als freundlich und vertrauensvoll, doch meinen nur gut 50 Prozent, dass die Beratung ihre Situation verbessert.

Aus den Befragungsergebnissen ist nicht abzuleiten, ob die Vermittler Älteren gegenüber tatsächlich freundlicher auftreten, oder ob die unterschiedliche Bewertung auf eine kritischere Wahrnehmung der Jüngeren zurückzuführen ist. „Da die Arbeitsvermittler rechtlich verpflichtet sind, unter 25-Jährige umgehend in Arbeit oder Ausbildung zu vermitteln, ist auch denkbar, dass sie höhere Erwartungen an die Kooperationsbereitschaft der jüngeren Hilfebedürftigen stellen und verstärkten Druck auf unter 25-Jährige ausüben“, so IAB-Expertin Tisch.

Männer fühlen sich besser unterstützt als Frauen

Männer beurteilen die Arbeit ihrer Vermittler positiver als Frauen. Laut der Studie des IAB berichtet nur gut ein Drittel der Frauen von Unterstützung bei der Arbeitsuche, bei den Männern hingegen war es rund die Hälfte. „Vielen Frauen fehlt es nach längeren Zeiten der Erwerbsunterbrechung an genügend Selbstvertrauen und Eigeninitiative, um ohne institutionelle Hilfe in den Arbeitsmarkt zurückkehren zu können. Sie wünschen sich mehr Unterstützung und eine Beratung, die ihre individuellen Bedürfnisse ausreichend beachtet“, erläutert IAB-Forscherin Tisch.

Migranten bewerten Beratung und Vermittlung positiver als Deutsche

Hilfebedürftige mit und ohne Migrationshintergrund schätzen die Freundlichkeit der Vermittler gleich ein. Dennoch sind Migranten mit den Arbeitsvermittlern bedeutend zufriedener: 50 Prozent haben das Gefühl, dass die Beratung sie unterstützt, wieder Arbeit zu finden. Von den Personen ohne Migrationshintergrund sind nur 36 Prozent dieser Meinung.

Die IAB-Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb0710.pdf.

 

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