Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Navigation zu den wichtigsten Bereichen.

Hauptnavigation.


Zertifikat "audit berufundfamilie"


Inhaltsbereich: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 16.11.2009

Eingliederungszuschüsse fördern stabile Beschäftigung

Eingliederungszuschüsse können für Arbeitslose eine nachhaltige Brücke zurück in ein reguläres Erwerbsleben sein, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Forscherinnen Kathi Ruppe und Gesine Stephan verglichen über einen Zeitraum von 3,5 Jahren ehemalige Arbeitslose in Westdeutschland, die 2003 in ihrem neuen Job mit dem Eingliederungszuschuss gefördert wurden, mit Arbeitslosen, die zum gleichen Zeitpunkt ohne Förderung ein Beschäftigungsverhältnis aufnahmen. Die geförderten Personen verblieben deutlich länger im Betrieb, so die Studie: Nach einem Jahr bestand noch etwa die Hälfte der geförderten, aber nur ein Drittel der ungeförderten Arbeitsverhältnisse. Insgesamt waren die Geförderten in den 3,5 Jahren nach Förderbeginn durchschnittlich zwei Monate länger regulär beschäftigt als entsprechende Personen, die ungefördert eingestellt wurden.

Ein Teil dieses Effekts könne darauf zurückzuführen sein, dass Betriebe von einer schnellen Kündigung geförderter Personen absehen, um die Förderung nicht zurückzahlen zu müssen oder in Zukunft keine Zuschüsse mehr zu erhalten. „Dies scheint Personen mit anfänglichen Minderleistungen damit häufig die nötige Zeit zu verschaffen, ihre Produktivität am Arbeitsplatz zu steigern bzw. unter Beweis zu stellen“, schreiben die Autorinnen der Studie.

„Insgesamt spricht einiges dafür, dass es sich beim Eingliederungszuschuss um ein probates Mittel handelt, um Personen mit Vermittlungshemmnissen nachhaltiger in den Arbeitsmarkt zu integrieren, als dies ohne Förderung zu erwarten gewesen wäre“, so Ruppe und Stephan. Die Forscherinnen empfehlen, die Eingliederungszuschüsse auch in Zukunft sorgfältig einzusetzen. Um Mitnahme- und Substitutionseffekte gering zu halten, sprechen sie sich dafür aus, weiterhin gezielt Personen mit besonderen Vermittlungshemmnissen zu fördern und warnen vor einer zu starken Ausweitung des Instruments. Richtschnur müsse sein, temporäre individuelle Minderleistungen auszugleichen.

Geförderte und Nichtgeförderte verdienen das Gleiche

Mit Eingliederungszuschüssen geförderte Arbeitnehmer bekamen etwa die gleichen Einstiegslöhne wie vergleichbare ungeförderte Beschäftigte. Bei Männern betrugen die durchschnittlichen Vollzeit-Tagesentgelte in Westdeutschland zunächst etwa 62 Euro brutto, bei Frauen waren es 50 Euro. Damit lag der Lohn der Männer leicht über der Niedriglohnschwelle von knapp 1.800 Euro brutto im Jahr 2003, die Einkünfte der Frauen lagen darunter. Vergleicht man diese Löhne jedoch mit den früheren Verdiensten, zeigt sich, dass sich sowohl geförderte als auch ungeförderte Personen in ihren neuen Jobs verbessern konnten: Beide Gruppen verdienten 4 bis 5 Euro mehr pro Tag als in ihren Jobs vor der Arbeitslosigkeit.

Die IAB-Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2509.pdf.

 


 

Stichwort: Eingliederungszuschüsse

Eingliederungszuschüsse zum Lohn können zeitlich begrenzt an Arbeitgeber gewährt werden. Sie dienen dem Ausgleich von Minderleistungen, die zum Beispiel wegen einer langen Arbeitslosigkeitsdauer oder fehlender Qualifikationen bestehen können. Die Förderdauer beträgt maximal 12 Monate. Der Förderhöchstsatz beträgt 50 Prozent des Arbeitsentgelts. Für ältere und behinderte Menschen gelten besondere Konditionen.



 

Infobereich.

Abspann.