Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 17.02.2021

Die soziale Teilhabe von Hartz-IV-Beziehenden hat sich seit 2010 verbessert

Die soziale Teilhabe von Personen in der Grundsicherung hat sich seit 2010 insgesamt verbessert. Trotzdem können sie sich viele Aktivitäten im Bereich sozialer Teilhabe nach wie vor nicht leisten. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Zudem verbesserte sich die soziale Teilhabe von Grundsicherungsbeziehenden schwächer als in der Gesamtbevölkerung.

Die IAB-Arbeitsmarktforscher Jonas Beste und Mark Trappmann untersuchen in der Studie die materielle Unterversorgung, die anhand von wichtigen Gütern und Aktivitäten unter anderem aus den Bereichen soziale Teilhabe, Konsumgüter sowie Nahrung und Kleidung gemessen wird. Konnten sich Grundsicherungsbeziehende nach eigenen Angaben im Jahr 2010 aus finanziellen Gründen durchschnittlich 6,5 der 23 abgefragten Güter und Aktivitäten des täglichen Lebens nicht leisten, so waren es im Jahr 2019 5,2. In der Gesamtbevölkerung sank dieser Wert im selben Zeitraum von 1,7 auf 1,1.

Insbesondere im Hinblick auf die soziale Teilhabe sowie Nahrung und Kleidung hat sich die Situation verbessert: Die materielle Unterversorgung bei Gütern und Aktivitäten im Bereich der sozialen Teilhabe, zum Beispiel Kino- oder Restaurantbesuche, sank bei Personen in der Grundsicherung um gut ein Viertel. Bei Nahrung und Kleidung, wozu eine warme Mahlzeit täglich und ausreichend Winterkleidung zählt, nahm die Unterversorgung um mehr als ein Drittel ab. In der Gesamtbevölkerung hat sich der Wert im Bereich der sozialen Teilhabe nahezu halbiert, im Bereich Nahrung und Kleidung sank dieser um fast ein Drittel.

Von allen abgefragten Gütern und Aktivitäten mangelt es bei den Befragten aber auch am häufigsten an Aktivitäten im Bereich der sozialen Teilhabe: Grundsicherungsbeziehende mussten im Jahr 2019 aus finanziellen Gründen auf rund die Hälfte der abgefragten Aktivitäten verzichten. In der gesamten Bevölkerung waren es ein Zehntel. Darüber hinaus war es Grundsicherungsbeziehenden finanziell oft nicht möglich, zum Beispiel unerwartete Ausgaben bestreiten zu können oder einen festen Betrag im Monat zu sparen. Dies galt für ein Drittel derartiger Tätigkeiten, in der Gesamtbevölkerung waren es weniger als ein Zehntel.

Die Ergebnisse beruhen auf dem Panel „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung (PASS)“, in dem pro Jahr zwischen 12.000 und 16.000 Personen befragt werden. Um die materielle und soziale Situation von Grundsicherungsbeziehenden zu untersuchen, wurden seit 2007 23 Güter und Aktivitäten des täglichen Lebens abgefragt und den fünf Bereichen Wohnung, Nahrung und Kleidung, Konsumgüter, soziale Teilhabe sowie Finanzen zugeordnet.

Die IAB-Studie ist online abrufbar unter https://www.iab-forum.de/die-materielle-versorgung-von-hartz-iv-haushalten-hat-sich-in-den-letzten-jahren-verbessert-deren-relative-einkommenssituation-nicht

 

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